3 MINUTEN MIT ZBINDEN

Hier: Vier von acht Holzstichen Emil Zbindens

1
Eine Taufe wird gefeiert.
Beim nachträglichen Zusammensein
erzählt der Grossvater die Ereignisse um die schwarze Spinne.

2
Da der Teufel nach einem Pakt um eine Leistung für den Schlossherrn mit einer List daran gehindert werden soll,
ihm ein ungetauftes Kind zu übergeben,
rächt sich dieser mit der schwarzen Spinne.
Eine tödliche Epidemie bricht aus.

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3
„Drinnen im Hause aber, da jubelten sie und freuten sich

und hörten lange nicht, wie das Vieh brüllte und tobte im Stalle.“ (S.176)

4
Versuchte Flucht vor der Spinne.
Es gelingt endlich, unter dem Opfer des eigenen Todes,

diese in einem Pfosten ins Loch zu stecken
und das Loch mit einem Pfropfen zu schliessen.

5
Der Grossvater hat die Geschichte zu Ende erzählt.
Die Taufgesellschaft starrt gebannt auf den Zapfen im Pfosten.

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6
Aber die Geschichte hat noch einen zweiten Teil.

Ein neues Haus wird gebaut.
Das Gesinde wohnt weiterhin im alten Haus
mit der eingeschlossenen Spinne.
Die Knechte und Mägde leben sorglos zusammen,

es gibt auch wilde Szenen.

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7
Im Übermut bohrt ein Knecht den Pfropfen auf.
Die Spinne richtet erneut ihr Unheil an.
Es gibt so viele Tote, dass diese nicht einmal mehr beerdigt werden können.

Die Schwarze Spinne - Geschichte einer Seuche

Originaltext von Gotthelf, Seite 176f.

Als ob die Flamme aus ihrem Dache schlüge,
eilten sie heim, aber Hülfe brachten sie keine;
hier wie dort streckte der Tod das Vieh,
Wehgeschrei von Menschen und Tieren erfüllte Berge und Täler, und die Sonne, welche das Tal so fröhlich verlassen,

sah in entsetzlichen Jammer hinein.

Als die Sonne schien, sahen endlich die Menschen, wie es in den Ställen, in denen das Vieh gefallen war, wimmle von zahllosen schwarzen Spinnen.
Diese krochen über das Vieh, das Futter,
und was sie berührten, war vergiftet,
und was lebendig war, begann zu toben,
ward bald vom Tode gestreckt.

Von diesen Spinnen konnte man keinen Stall, in dem sie waren, säubern, es war, als wüchsen sie aus dem Boden herauf,
konnte keinen Stall, in dem sie noch nicht waren, vor ihnen behüten, unversehens krochen sie aus allen Wänden,

fielen haufenweise von der Diele.

Man trieb das Vieh auf die Weiden,
man trieb es nur dem Tode in den Rachen.
Denn, wie eine Kuh auf eine Weide den Fuss setzte, so begann es lebendig zu werden am Boden, schwarze, langbeinige Spinnen sprossen auf, schreckliche Alpenblumen, krochen auf am Vieh, und ein fürchterlich wehlich Geschrei
erscholl von den Bergen nieder zu Tale.

Und alle diese Spinnen
sahen der Spinne auf Christines Gesicht ähnlich wie Kinder der Mutter,
und solche hatte man noch keine gesehen.

in: Jeremias Gotthelf. „Kurt von Koppigen“ (Bd. 15 der Büchergilde-Ausgabe), S. 133 - 218

8
Unter neuen Opfern kann die Spinne
wieder besiegt und eingesperrt werden.
Jetzt herrscht wieder Friede im Tal bei Sumiswald.